Interview: NEGURA BUNGET
Titel: Alte Magie, neu gehext

Passionierte Verfechter der Schwarzmetallschmiedekunst kennen und schätzen das profunde Handwerk dieser geheimnisvollen Rumänen bereits seit so einigen Jahren – denn von da an machten sich Negura Bunget mit gleichfalls hochmystischem als auch hypnotisch atmosphärischem Spitzenmaterial einen sehr guten Namen. Gerade mit endlos tiefer Naturspiritualität dargebotene Alben wie das phänomenale 1996er Debüt „Zîrnindu-sa” oder das vier Jahre später erschienene große Meisterwerk „Maiastru Sfetnic“ konnten der Formation eine ebenso fanatische wie treue Anhängerschar sichern – und diese kann sich nun über die verzaubernd leidenschaftliche Neuinterpretation von „Maiastru Sfetnic“ freuen: „Maiestrit“. Letztmalig kam die Band hierfür im klassischen Line-Up im Studio zusammen, fanden sich also Beschwörungssänger Hupogrammos, Saitenkönner Sol Faur und Drummer Negru im Aufnahmeraum ein.

Wie mir Trommelstockschläger Negru mit ernsthafter Stimme zu erzählen weiß, spielten die Beteiligten schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken an eine neue Einspielung der Songs von „Maiastru Sfetnic“: „Schon als das Album in der originalen Version damals fertig war, fühlten wir, dass in den Songs viel mehr drin steckte, als die ersten Studioaufnahmen zu `Maiastru Sfetnic` wiederzugeben imstande waren. Und das ließ uns über die Jahre auch keine Ruhe. Wir wollten die wirkliche Kraft dieser Lieder zum vollkommenen Ausdruck bringen. Ingesamt haben wir letztlich dann ganze zehn Jahre dafür gebraucht, um das alles auf beziehungsweise für `Maiestrit` umzusetzen, doch das Ganze war etwas für uns, was wir wirklich unbedingt tun mussten.“

Wie die Gruppe in der offiziellen Presse-Info selbst zu ihrem neuen Albumwerk verkündet, stellt „Maiastru Sfetnic“ auch in der Originalform den pursten Black Metal-Release dar. Wir erfahren den Hintergrund dazu: „Die Scheibe war und ist ganz einfach die schwärzeste Veröffentlichung, die wir je gemacht hatten – sowohl in Sachen Musik als auch Aussehen, veröffentlicht in einer Zeit in der wir einem sehr dunklen Geiste huldigten. Wir waren währenddessen auch voller Kraft und Energie. Dunkel, schnell und aggressiv“, weiß der Mann hinter der Schießbude zu berichten, der sich laut eigener Aussage gerade mit Negura Bunget auf anstehende Bühnenauftritte der Tour im März vorbereitet.

Mit am wichtigsten war ihnen bei „Maiestrit“ nicht zuletzt auch, so Düsterseele Negru, dass volle Potenzial der Platte endlich ganz zum Tragen kommen zu lassen – alles in allem nahmen die neuen Arbeiten am Songmaterial bis hin zu den Aufnahmen zwei Jahre in Anspruch. Negru erläutert: „Es war wirklich nicht einfach, das ganze Material auf das Leven zu hieven, welches wir im Sinn hatten. Vor allem das erneute Einspielen dauerte seine Zeit: Wir wollten auch den Unterschied von alt zu neu sehr klar und sehr explizit darstellen. Auf den Punkt gebracht: Wir werkelten und feilten eben solange an allem herum, bis wir allesamt restlos zufrieden waren.“

© Eckbert, 26.02.2010

[ zur Übersicht ]