Interview: HELLEBAARD
Titel: Hommage an die Vorfahren

Hier sind Zarlack, Tieftoner, Schlagwerker und Shouter, sowie Gitarrist und Tastenspieler Volmorth am heroischen Werk. Von kriegerisch pompöser Aura ist der atmosphärische und melodische Pagan Black Metal dieser beiden Niederländer auf ihrem aktuellen Debütalbum „Strijdkracht“ – gemeinsam berichten sie damit der heutigen Welt des Scheins aus der Zeit des Seins.

„Ich und Zarlack sind schon eine ganze Weile auf musikalischer Ebene aktiv. Vor Hellebaard hatten wir eine Band namens In Ruins. Nach fünf Jahren trugen wir sie jedoch zu Grabe und gründeten Hellebaard. Ich spielte bereits vor In Ruins in diversen Metal-Truppen, Zarlack hingegen lärmte in der etwas bekannteren Death Metal-Band Consolation. Als In Ruins sich auflösten, taten wir uns im Jahr 2002 zusammen, um mit Hellebaard nicht nur unsere Metal-Einflüsse, sondern hier auch unsere Leidenschaft für Folk und griffige gute Melodien auszuleben“, gibt mir Volmorth zu Beginn kund.

Rasch begannen die beiden voller Tatendrang dann damit, erstes eigenes Songmaterial auszuarbeiten und aufzunehmen, um die Ergebnisse zunächst erst mal online im Internet zu präsentieren. „Nach relativ kurzer Zeit wies sich eine recht hohe Download-Rate aus, was uns sehr in unserem weiteren Tun bestärkte. Nach der 2003er Veröffentlichung unseres Demos „Wodan's Lof Gewijden“ begannen wir damit, die Stücke für unser Debütalbum „Strijdkracht“ zu komponieren. Wir sind beide mit Metal beziehungsweise einer ganzen Vielzahl an Metal-Stilistiken groß geworden, was sich von den Old School-lastigen 80ern bis hin zu brutalem Black Metal erstreckt. Auch mögen wir traditionelle europäische Folkmusik sehr gerne und hören gelegentlich schwere Klassik von beispielsweise Richard Wagner. All diese Einflüsse sind aus unserer Musik herauszuhören.“

Was den Albumtitel „Strijdkracht“ anbelangt, so steht dieser laut Aussage von Volmorth für die Kraft und Stärke einer Armee. „Es ist das holländische Wort für `Schlachtkraft`.“

Ja, in den alten Zeiten, da schwelgen die beiden immer wieder sehr gerne: „Wir lieben unsere uralte einheimische Kultur und die überwältigende Schönheit der Natur hier – obwohl ihr Verfall unaufhörlich und mit immer schnellerer Geschwindigkeit weiter voranschreitet“, wie der Axeman und Keyboarder besorgt lamentiert.

„Unsere Songtexte sind eine Hommage an unsere Vorfahren, sie drehen sich um blutige Schlachten, unbeugsamen Stolz, kämpferische Ehre und die tiefe Liebe zur Natur. Die meisten der Texte sind in altem Holländisch verfasst und basieren auf mittelalterlichen Überlieferungen.“

Bei der Erstellung der neuen Songs für „Strijdkracht“ herrschte primär ein ausgeprägtes Schwarzweiß-Empfinden vor, bekennt der Niederländer noch. „Entweder waren wir immer wieder total begeistert, wenn wir einen neuen Track fertig gestellt haben – oder aber restlos frustriert, wenn die Technik wie so oft mal wieder versagt hat.“

Ende dieses Jahres 2004 wollen Zarlack und Volmorth evtl. die Arbeiten am Albumnachfolger beginnen. Von der schnellen Gilde scheinen sie aber nicht gerade zu sein: „Es hat uns fast ein Jahr gekostet, um „Strijdkracht“ endlich fertig zu kriegen, so dass man nur spekulieren kann, wann unser nächstes Album dann erscheinen wird.“

© Eckbert, 07.10.2004

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