Interview: GWYDION
Titel: Allen Winden trotzend

Das Jahr 2008 erfuhr durch die Veröffentlichung ihres kraftstrotzenden Debütalbums „Ynys Mön“ zweifellos eine enorme Bereicherung – denn der atmosphärisch überaus opulent konturierte Viking Folk Metal der spielfreudigen Rotte transportierte darauf gar wuchtige Dynamiken nach vorne. Dazu theatralisch reich am Werk, spieltechnisch versiert und mit dem nötigen Bewusstsein für Abwechslungsreichtum und Spannungsvielfalt versehen, schleuderten die Kerle eine kernige Kriegerplatte von inhaltlich hohem Ausmaß ins Genre-Getümmel. Gegründet bereits 1995, überließ die handfeste Haudrauf-Horde nachfolgend drei interessante Demos der heidenmetallischen Öffentlichkeit. „Debt To Morrighan“, „First Channeling” und „Augmentation“ betitelt, feilte die Berserkerbande hierbei mehr und mehr beflissen an ihrer ebenso maskulinen wie orchestralen Stilistik, welche sie schließlich bestens für „Ynys Mön“ auslotete. Und die pfiffigen Portugiesen Gwydion waren auch seither andere als musikalisch untätig – derzeit finalisieren sie nämlich die Aufnahmen zu ihrem kommenden zweiten Studioalbum, dessen laut dröhnende Entfesselung zwischen dem ersten und zweiten Quartal 2010 angedacht ist. Ein übermächtiger Schlag in die Grundfeste des Genres ist da zu erwarten, welcher heftigstes Liedmaterial nach sich ziehen wird.

Wie mir Keyboarder Dani recht auskunftsfreudig erläutert, besteht die Band aus absoluten Vollblutmetallern: „Wir lieben es, diese Musik zu hören, zu spielen und auch auf Konzerte von anderen Bands zu gehen. Auch Festivals sind genau unser Ding! Wir haben zwar allesamt reguläre Jobs, doch wir fühlen sämtlich etwas Spezielles tief in uns, was uns antreibt, diese Art von Musik zu erschaffen und auf den Bühnen live zu präsentieren. Daneben hat die portugiesische Kultur auch selbst sehr starke Wurzeln zu heidnischen Elementen und altertümlicher Folklore – die meisten davon wurden uns von den Kelten und den Westgoten in uralten Zeiten gebracht. Und wir zollen diesem relevanten historischen Aspekt in unseren Kompositionen angemessenen Tribut.“

Wie der Tastentipper im Weiteren erfreut zu berichten weiß, kann seine Gruppe in der Heimat glücklicher Weise einer stetig ansteigenden Schar von Anhängern entgegensehen. „Besonders im letzten Jahr spielten wir sehr viele wichtige Konzerte hier, welche mit jedem Male besser liefen. Mittlerweile respektieren uns die Leute hier daher wirklich sehr. Zugute kommt uns als Viking Folk Metal-Band, dass in diesem Teil der Erde nur sehr wenige Gruppen diese spezielle Art von Musik spielen – und wir klingen so oder so eigentlich ganz anders als die meisten Bands hier in Portugal.“

Die Arbeiten am neuen Output von Gwydion gestalten sich bislang sehr gut, so der Tastenspielmann in bester Laune. „Wir gestalten das kommende Album mit einer wirklich immensen Fülle an komplex angelegten Details, die Leute werden also Zeugen einer großartigen Weiterentwicklung bei uns. Wir erwarten uns also so einiges von dem kommenden Werk – ehrlich gesagt sind wir schon riesig auf alles gespannt, was diese Scheibe so mit sich bringen wird. Wir stecken noch mitten im Aufnahmeprozess der neuen Stücke, und es geht hier auch sehr turbulent zu dabei. [lacht herzlich] Wer Lust hat, kann gerne einige Berichte von uns zu besagtem Studiogeschehen auf unserer MySpace-Seite www.myspace.com/gwydionmetal nachlesen. Wie erwähnt, wir gestalten das kommende Album mit überraschendem Detailreichtum, und dabei gehen wir soweit als uns überhaupt möglich ist. Die Hörer können sich schon mal auf etwas Großartiges vorbereiten“, verlässt es den Mund des Keyboarders voller Begeisterung für die eigene Sache.

Und Gwydion werden die Aufnahmen Mitte des aktuellen Monats November in den portugiesischen Urban Insect Studios abschließen, so Dani. „Danach wird das Album in Norwegen in den dortigen Toproom Studios bis Mitte Dezember gemixt und gemastert. Wenn alles nach Plan läuft, was wir doch sehr hoffen, wird die Scheibe Mitte März 2010 in den entsprechenden Shops zu erhalten sein.“

Dani gibt mir abschließend noch in aller Offenheit zu Protokoll, dass Gwydion neben der ganzen bereits erwähnten Detailverliebtheit es diesmal aber auch sonst wissen wollen. „Auch was Produktion und Mastering anbelangt, streben wir nach dem Höchsten – selbst für das Frontcover sowie für das komplette grafische Layout werden keine Mühen gescheut, um alles zur absoluten beziehungsweise zu größtmöglicher Vollendung zu bringen. Selbst in Sachen Image und optischer Präsentation gehen wir diesmal einen ganzen Schritt weiter, alte und neue Fans werden sehr überrascht sein, wozu wir fähig sind! Wir sind sowieso eindeutig der Ansicht, dass das zweite Album ein äußerst wichtiger Schritt in der Karriere einer Band ist. Mit dem ersten Langspieler fängt man an, primär seine Werke zu verbreiten – während das zweite nicht nur den Eindruck des ersten bestätigen sollte, sondern auch ganz deutlich die Weiterentwicklung einer Band aufzeigen muss. Nach der Veröffentlichung hoffen wir inständig, dass uns viele Möglichkeiten geboten werden, die Songs auch auf die Bühnen Europas zu bringen, mittels einer gut organisierten Tour, einigen Festivals und noch viel mehr Gigs!“

© Eckbert, 10.11.2009

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