Interview: ANNWN
Titel: Historienträchtig

Massiv beeinflusst von populären Genregrößen wie beispielsweise Ensiferum, Moonsorrow, Wintersun und Finntroll, machte sich ein sehr poetisch veranlagter Brite im Jahr 2005 daran, künftig an seinem ureigenen Musikstil zu feilen. Dabei hatte er noch die Kompositionen beliebter Gruppen wie Elvenking, Falkenbach und Agalloch inspirativ im Ohr. Auch die faszinierende Fantasiewelt des Schriftstellers J.R.R. Tolkien hatte es dem jungen Mann seit jeher angetan – dementsprechend wollte sich Gitarrist und Sänger Aled Pashley alias Owain ap Arawn verwirklichen. Dabei kristallisierte sich recht schnell ein spezifisches Ziel heraus: Skandinavische, insbesondere finnische Metier-Klanganmut mit typisch walisischer beziehungsweise altkeltischer Folklore zu paaren. Nach und nach fanden sich auch geeignete musikalische Mitstreiter ein. Heraus kam eine wohltuend epische Viking Folk Metal-Variante, welche den Hörern bislang auf den beiden Demos „From The Highest Citadel” und „Annwn” offeriert wurde.

„Der Bandname Annwn entstammt bekanntlich der uralten walisischen Mythologie – er umschreibt dort die Unterwelt, jedoch nicht die klassische Hölle. Doch Annwn war eigentlich eine Insel, welche weit entfernt vom westlichen Wales lag: Einst ein Platz ewigen Friedens und Glücks“, erläutert der träumerische Engländer.

Er lässt weiter wissen: „Ich wählte den Bandnamen damals, weil er sehr gut zur Musik passte, welche ich zu dem Zeitpunkt schrieb.“

Und für Folk Metal konnte er sich laut eigener Aussage schon immer begeistern:

„Ja, schon als ich diese Musik das erste Mal hörte, war es schon gleich völlig um mich geschehen. Dennoch fällt es mir schwer, so ganz genau beschreiben, warum ich diesen Sound nun gar so sehr liebe. Es ist eben so! Natürlich höre ich diese Stilistik seither auch die ganze Zeit, was mir ständig neue gute Ideen in den Kopf zaubert. Um meinem brennenden Verlangen, eigene Songs zu komponieren beziehungsweise zu spielen, Rechnung zu tragen, rief ich Annwn ins Leben.“

Im Zuge dessen ist er samt Band bemüht, stets die bestmögliche künstlerische Qualität zu kreieren. „Ich wäre fast versucht zu behaupten, dass wir immer danach trachten, höchst originell und absolut eigenständig zu klingen. Aber das ist heutzutage bei der Fülle an Bands aus diesem Genre ja beinahe unmöglich geworden. Trotzdem denke ich, unser Material ist auf seine ganz eigene Weise originell.“

Bekennend stolz ist der Folk Metal-Nachwuchsmusikant in all dem Ganzen primär darauf, sämtliche Annwn-Songs bislang selbst geschrieben und aufgenommen zu haben. „Und das sind bislang über 25 Stück, die da über die Jahre entstanden sind! Und dabei gibt es auch noch welche, die mir nicht gut genug waren um sie aufzunehmen beziehungsweise die ich für spätere Zeiten auf Lager habe.“

So versucht Idealist Pashley laut eigenem Bekunden, so viel walisische Historie wie nur möglich in seinen Liedern einzubringen. Er erläutert noch: „Bislang macht das im Metal-Bereich nur eine kleine Handvoll an Bands, darunter mein Bandproject Siluria. Das Land Wales hat schließlich eine sehr inhaltsreiche und auch auf gewisse Weise einzigartige geschichtliche Historie. Und ich möchte mittels meiner Songs möglichst vielen Leuten die Gelegenheit geben, mehr darüber zu erfahren.“

© Eckbert, 28.10.2009

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